Vor Wochenfrist trat der Innerrhoder Eidgenosse Martin Hersche nach mehreren Verletzungen erstmals wieder an einem Kranzfest in die Schwinghosen. Am Nordostschweizerischen Teilverbandsfest in Balterswil gelang ihm jedoch nicht die erwünschte Leistung und die möglichen Kranzambitionen mussten frühzeitig aufgegeben werden. Hersche konnte aber innert kurzer Zeit die richtigen Schlüsse daraus ziehen, weshalb sein Auftritt in Ennetbürgen nicht mit demjenigen in Balterswil zu vergleichen war. Im Anschwingen stand ihm mit Joel Ambühl der letztjährige ISAF-Sieger gegenüber. In einem abgeklärten Gang, mit Ansätzen von Chancen auf beiden Seiten, endete der Auftakt ohne einen Sieger. In der Folge drehte Hersche aber auf und liess drei Siege hintereinander auf sein Notenblatt schreiben. Die sengende Sonne und die anhaltende Hitze schien den Innerrhoder keineswegs zu stören und seine Körpersprache liess den Gegner auch nach mehreren Minuten noch wissen, dass das Energielevel des Appenzellers noch nicht ausgeschöpft ist. Im Besonderen beeindruckte Hersche mit seinem Sieg gegen den Luzerner Eidgenossen Stefan Stöckli. Bereits im fünften Gang bot sich ihm entsprechend die Möglichkeit, sich den seinen ersten ISAF-Kranz zu sichern. Gegen den wendigen und talentierten Schwyzer Ulrich Marco schien dies im Grundsatz auch machbar. Allerdings hielt Ulrich in diesem Gang das Momentum auf seiner Seite fügte dadurch dem Innerrhoder die erste, glücklicherweise aber auch die einzige Niederlage an diesem Tag zu. Im sechsten Gang liess er nichts mehr anbrennen und sicherte sich den begehrten Teilverbandskranz, welchen er vor einer Woche in Balterswil noch verpasst hatte.
Schwarzer Tag für Bless
Für den Gaiser Eidgenossen Michael Bless endete der Wettkampf völlig überraschend bereits nach vier Gängen. Gegen den Luzerner Eidgenossen Sven Schurtenberger musste Bless bereits im ersten Gang die erste Niederlage hinnehmen, worauf er im zweiten Gang gegen den unbequemen Berg- und Teilverbandskranzer Stefan Arnold im Wettkampf angekommen zu sein schien und dieses Duell auch nach kurzer Zeit schon zu seinen Gunsten entschied. Die Gänge drei und vier können wohl auch als Wettkampfpech betrachtet werden. In beiden Gängen suchte Bless die Entscheidung und griff offensiv an. Doch sowohl gegen Reto Fankhauser als auch gegen Urs Riebli war der passende Konter zur passenden Zeit das Glück des einen und das Pech des Appenzellers. Mit der dritten Niederlage im vierten Kampf war dann das Schicksal des Gaisers besiegelt und der Traum von allen Teilverbandskränzen geplatzt. Doch Bless war nicht der einzige Schwinger, welche nicht den besten Tag einzog. So verpassten mit Joel Strebel, Benjamin Gapany, Mike Müllestein oder auch Benji von Ah auch andere renommierte Schwinger den Kranz. Zum Sieger kürte sich Topfavorit Joel Wicki. Im Schlussgang bezwang er vor rund 7000 Zuschauerinnen und Zuschauer den Schwyzer Eidgenossen Reto Nötzli nach rund dreieinhalb Minuten mittels Übersprung. Nach 2018, als Wicki den Festsieg noch mit Christian Stucki und Christian Schuler teilen musste, feiert der Sörenberger nun den zweiten und diesmal alleinigen Festsieg am eigenen Teilverbandsfest.
Wittenwiler auf dem Ehrenplatz
Einige Appenzeller standen auch am Samstag am Klöntaler Bergschwinget im Glarnerland im Einsatz. Der Neu-Teilverbandskranzer Roman Wittenwiler schien sich in seiner neuen Rolle äusserst wohl zu fühlen. Mit fünf Siegen und nur einer Niederlage sicherte er sich den wohlverdienten zweiten Schlussrang. Hansruedi Diem und Mario Bösch zeigten ebenfalls einen gelungenen Auftritt. Mit je drei Siegen rangierten sie auf den Rängen zehn und elf. Den Festsieg holte sich der Glarner Eidgenosse Roger Rychen. Im Schlussgang bezwang er den Thurgauer Stefan Burkhalter, welchen er im dritten Gang noch verloren hatte.
Ranglistenauszug:
ISAF:
1. Joel Wicki, Sörenberg
7a. Martin Hersche, Appenzell (mit Kranz)
Klöntaler Bergschwinget:
1. Roger Rychen, Mollis
2. Roman Wittenwiler, Schwellbrunn
10d. Hansruedi Diem, Urnäsch
11a. Mario Bösch, Waldstatt